Vom Vorsatz zum Plan: Schritt-Methode für Vorsätze

 

Der erste Schritt besteht darin, den Vorsatz nicht mehr vage zu lassen, sondern ihn konkreter zu machen. Es geht also um den Schritt zum Plan. 

 

Schritt: Vorsätze aufschreiben, Vor-Sätze zu Sätzen machen

Das klingt momentan sehr einfach und ganz banal. Aber das ist es nicht! Die Schwierigkeit liegt nämlich darin, dass man sich selbst dafür schon überwinden muss.

Denn mit der Verschriftlichung dessen, was im Kopf ist, mit dem Auf-Schreiben, bekommen Vorsätze eine erste Gestalt. Ja, sie sind dann noch immer vage, aber sie sind nicht mehr Gedanken, die wieder verschwinden können und sich heimlich davonstehlen, oder noch schlimmer, sich von anderen alltäglichen Sorgen in die letzte Ecke der Gehirnwindungen vertreiben lassen. Durch das Auf-Schreiben bekommen Vorsätze eine erste Gestalt. In Form von Buchstaben sind sie dann vorhanden und lassen sich nicht mehr verdrängen.

Meine Erfahrung mit Vorsätzen – und ich bin mir sicher, die hast du ebenfalls ;-) – ist, dass die Vorsätze im Kopf eine andere Satz-Struktur haben als am Papier.

Ich denke: „Ich würde 2014 gerne viele viele Workshops halten!

Ich schreibe auf: „Workshops“. Wenn überhaupt. An dieser Stelle ist das Schreiben schwer. Und somit sind wir beim  Kern-Problem vom Vorsätzen angelangt: Sie lassen sich nicht so einfach aufschreiben!

 

Schritt: Stichworte akzeptieren 

Daher ist die erste Strategie nur ein Wort aufzuschreiben: ein Stichwort, einen Anker, der an diesen Vorsatz erinnert. 

z.B.: Workshops

Damit kann dieser Begriff schon mal nicht verloren oder verdrängt werden. 

 

Schritt: Gedanken ordnen 

Um sich dem Thema und damit den Vorsätzen anzunähern, ist es nötig, zu erkennen, was sie tun, was sie bewirken, in welchen Lebensbereich sie gehören. Ist das notierte Wort vielleicht der Überbegriff? Oder ist es schon ein Mini-Unterkapitel des Lebens? Was ist die konkrete Ausprägung, die Form, das Beispiel dazu?

z.B.: Lebensbereich: Selbstständigkeit

Überbegriff: Workshop

Konkret: Kreative Schreib-Workshops 

 

Schritt: Einen Rahmen schaffen

Nun existieren schon ein paar Worte mehr am Papier. Um diese noch konkreter zu machen, brauchen sie Details, zum Beispiel:

  • Datum / Ort / Personen
  • Hintergrundwissen / Literatur
  • Hilfe von …
  • Material

Aus meiner Gedankenordnung mache ich nun eine Tabelle, indem ich sie um die Rahmenbedingungen ergänze:

Lebensbereich: Arbeit
Überbegriff: Workshop

 Kreative Schreib-Workshops    Datum      Ort      Personen     Was ich sonst noch brauche:    
         

 

In die 4. Spalte schreibe ich: „Was ich noch brauche:“. So trickse ich mich selbst ein bisschen aus und gebe mir selbst die Gelegenheit, zu ergänzen, wenn ich vorher auf Rahmenbedingungen vergessen habe. 

 

Schritt: Details hinzufügen

Nun geht es darum, die so entstandene Tabelle aufzufüllen: Ich ergänze, was mir momentan möglich ist. Dabei beginne ich in jener Zeile und Spalte, die für mich am leichtesten sind.

Mir persönlich fällt es meist schwer, ein Datum zuzuschreiben. Denn genau das ist es, was mich meist an der Umsetzung hindert: fehlende Zeit.
Darum schreibe ich zuerst das, was mir leicht fällt: z.B. der Ort

Kreative Schreib-WorkshopsDatumOrtPersonenWas ich sonst noch brauche:

Kreative Schreib-Workshops     Datum       Ort     Personen     Was ich sonst noch brauche:  
Krimi-Workshop   ??? Café Fotter, Kriminalmuseum, bei der Krimiautorin Irmgard Alle , die eine Mords-Lust haben, den eigenen Krimi endlich aufs Papier zu bekommen

Zeit!!!
Wann soll ich den Workshop machen?
Wann hab ich die Zeit, das Konzept zu aktualisieren, Werbung zu machen?

Plädoyer für meine innere Stimme   Herbst   Kreatives Schreiben:
Zielgruppe:
Ort für den Workshop

 

Schritt: Tabelle vervollständigen 

Nun habe ich schon einen guten Überblick. Ich weiß, was mir fehlt und was ich schon habe. 

Der nächste Schritt ist, die Tabelle zu vervollständigen:

So wird mir bewusst, dass zwei Bereiche zusammenhängen, sich in irgendeiner Form bedingen, von einander abhängen. Dann markiere das für dich. 

Kreative Schreib-Workshops     Datum      Ort    Personen  Was ich sonst noch brauche:  
Krimi-Workshop   ??? Café Fotter, Kriminalmuseum, bei der Krimiautorin Irmgard Alle , die eine Mords-Lust haben, den eigenen Krimi endlich aufs Papier zu bekommen

Zeit!!!
Wann soll ich den Workshop machen?
Wann hab ich die Zeit, das Konzept zu aktualisieren, Werbung zu machen?

 

Schritt: Pause machen 

Dieser Schritt ist, glaube ich, einer der wichtigsten: Es geht jetzt darum, Abstand zu gewinnen und sich von sich selbst überraschen zu lassen. Man sagte mir, das ginge am besten dadurch, dass man Pausen macht. 

Geh doch spazieren, koch dir einen Tee, nimm ein Vollbad oder schau einfach mal den Himmel an. Welche Farbe hat er heute?, fragt meine innere Stimme. 

Mit ein wenig Distanz und dem Wissen, dass die Sonne heute vielleicht doch noch rauskommen könnte, betrachte ich die Tabelle. 

Aus meinem Vorsatz ist ein schon viel konkreteres Vorhaben geworden. Ich weiß nun, was ich bereits habe und was mir noch fehlt. 

 

Schritt: Einen Plan anfertigen

Um nun daraus einen konkreten Plan zu machen, brauche ich einen Kalender:

Für nächsten Dienstag um 14:00 trage ich mir ein, ein frei gelassenes Feld meiner Tabelle zu füllen. 

Und natürlich geht es nicht nur um das eine Wort, das hier einzutragen ist, sondern um das nächste Puzzlesteinchen, das ich für die Umsetzung brauche. 

Das ist es wohl, was man in der Sprachwissenschaft unterscheidet; Ideen und Worte, das Konzept eines Dings und das Wort dazu.

 

 

Okay, das war letzte Woche. 

Nun, Mittwoch, eine Woche später. Ich konnte ein Puzzlesteinchen einfügen. 

Ich betrachte meine Tabelle: Schaut gut aus. 

Aus meinem Vorsatz ist ein konkretes Vorhaben geworden. Und ich bin auf einmal in einer planenden Haltung, die es nun gilt, zur Umsetzung zu bringen.